Die Untersuchung basiert auf 12.340 gültigen Antworten von Personen im Alter zwischen 16 und 70 Jahren und kombiniert telefonische Interviews mit Online-Befragungen. Dabei zeigt sich, dass 11,7 Prozent der Teilnehmer mindestens einmal pro Woche spielen. Gleichzeitig steigen die monatlichen Ausgaben mit zunehmender Problemausprägung deutlich an.
Nach diagnostischen Kriterien erfüllen 2,2 Prozent der Erwachsenen die Voraussetzungen für eine Glücksspielstörung. Weitere 5,5 Prozent gelten als gefährdet. Männer weisen dabei eine höhere Risikoneigung auf als Frauen. Besonders betroffen sind jüngere Erwachsene im Alter von 18 bis 35 Jahren.
Bestimmte Spielformen stehen stärker mit problematischem Verhalten in Verbindung. Dazu zählen unter anderem Spielautomaten, Casinospiele, Sportwetten und KENO. Die höchsten Störungsraten wurden bei Online-Slots festgestellt, während auch landbasierte Spielautomaten und Live-Sportwetten mit erhöhtem Risiko verbunden sind.
Zusätzliche Analysen zeigen, dass kognitive Verzerrungen eine wichtige Rolle spielen. Fehlannahmen wie die Kontrolle über Zufallsergebnisse stehen in engem Zusammenhang mit problematischem Spielverhalten. Spieler, die mehrere Produkte gleichzeitig nutzen, weisen deutlich höhere Risikowerte auf als Personen, die sich auf eine Spielform beschränken.
Erstmals wurde auch kurzfristiger Finanzhandel untersucht. 6,5 Prozent der Befragten gaben an, im vergangenen Jahr Daytrading betrieben zu haben. Unter den häufig aktiven Tradern zeigt sich eine deutliche Überschneidung mit Glücksspielverhalten, einschließlich erhöhter Anteile problematischer Nutzung.