Die Teilnahme am Glücksspiel in Deutschland zeigt laut aktuellen Studien nur geringe Veränderungen, während bestimmte Risikogruppen und strukturelle Herausforderungen weiterhin bestehen. Mehrere Untersuchungen aus dem Jahr 2025 liefern ein differenziertes Bild des Marktes und fließen in die laufende Bewertung der nationalen Regulierung ein.

Eine zentrale Erhebung zeigt, dass 36,4 Prozent der Befragten innerhalb der vergangenen zwölf Monate mindestens einmal an kostenpflichtigen Glücksspielen teilgenommen haben. Damit bleibt die Beteiligung seit 2021 weitgehend stabil. Männer beteiligen sich häufiger als Frauen, während die Teilnahme mit zunehmendem Alter ansteigt und in der Altersgruppe zwischen 56 und 70 Jahren ihren höchsten Wert erreicht.

Stabile Teilnahme, aber anhaltende Risikogruppen

Die Untersuchung basiert auf 12.340 gültigen Antworten von Personen im Alter zwischen 16 und 70 Jahren und kombiniert telefonische Interviews mit Online-Befragungen. Dabei zeigt sich, dass 11,7 Prozent der Teilnehmer mindestens einmal pro Woche spielen. Gleichzeitig steigen die monatlichen Ausgaben mit zunehmender Problemausprägung deutlich an.

Nach diagnostischen Kriterien erfüllen 2,2 Prozent der Erwachsenen die Voraussetzungen für eine Glücksspielstörung. Weitere 5,5 Prozent gelten als gefährdet. Männer weisen dabei eine höhere Risikoneigung auf als Frauen. Besonders betroffen sind jüngere Erwachsene im Alter von 18 bis 35 Jahren.

Bestimmte Spielformen stehen stärker mit problematischem Verhalten in Verbindung. Dazu zählen unter anderem Spielautomaten, Casinospiele, Sportwetten und KENO. Die höchsten Störungsraten wurden bei Online-Slots festgestellt, während auch landbasierte Spielautomaten und Live-Sportwetten mit erhöhtem Risiko verbunden sind.

Zusätzliche Analysen zeigen, dass kognitive Verzerrungen eine wichtige Rolle spielen. Fehlannahmen wie die Kontrolle über Zufallsergebnisse stehen in engem Zusammenhang mit problematischem Spielverhalten. Spieler, die mehrere Produkte gleichzeitig nutzen, weisen deutlich höhere Risikowerte auf als Personen, die sich auf eine Spielform beschränken.

Erstmals wurde auch kurzfristiger Finanzhandel untersucht. 6,5 Prozent der Befragten gaben an, im vergangenen Jahr Daytrading betrieben zu haben. Unter den häufig aktiven Tradern zeigt sich eine deutliche Überschneidung mit Glücksspielverhalten, einschließlich erhöhter Anteile problematischer Nutzung.

Forderungen nach stärkeren Schutzmaßnahmen

Ein weiterer Bericht hebt hervor, dass das bestehende regulatorische System zwar Stabilität geschaffen hat, jedoch nicht alle Risiken ausreichend adressiert.  aus dem Jahr 2021 bildet weiterhin die Grundlage des Marktes, lässt jedoch Spielraum für Verbesserungen im Bereich der Schadensprävention.

Die Studienautoren empfehlen, stärker auf strukturelle Maßnahmen zu setzen. Dazu zählen unter anderem Einschränkungen bei Werbung sowie verbesserte Schutzmechanismen in stationären und digitalen Angeboten. Die Mehrheit der Befragten unterstützt solche Maßnahmen, insbesondere strengere Werberegeln und intensivere Schulungen für Personal im Umgang mit gefährdeten Spielern.

Gleichzeitig bleibt die Diskussion über die Größe des Schwarzmarktes ein zentraler Streitpunkt. Eine aktuelle Analyse beziffert den Anteil nicht regulierter Anbieter am Online-Markt auf 22,97 Prozent, während lizenzierte Betreiber rund 77 Prozent des Umsatzes ausmachen. Trotz dieser Mehrheitsposition bleibt der illegale Markt relevant und beeinflusst weiterhin die regulatorische Debatte.

Einige Branchenvertreter kritisieren die Methodik einzelner Studien und verweisen auf alternative Daten, die niedrigere Zahlen für problematisches Spielverhalten nahelegen. Gleichzeitig betonen sie, dass bestehende Schutzmaßnahmen im regulierten Markt bereits umfassend seien und im Gegensatz dazu auf nicht lizenzierten Plattformen fehlen.

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Regulierung und Markt im Fokus der Überprüfung

Deutschland bereitet sich auf eine umfassende Überprüfung des Glücksspielstaatsvertrags vor, die bis Ende 2026 abgeschlossen werden soll. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, wie ein Gleichgewicht zwischen Spielerschutz, Marktattraktivität und effektiver Durchsetzung erreicht werden kann.

Die aktuellen Studien liefern wichtige Grundlagen für diese Bewertung. Sie zeigen einerseits eine stabile Teilnahme am Glücksspiel, andererseits anhaltende Risiken in bestimmten Nutzergruppen sowie die fortbestehende Bedeutung des Schwarzmarktes.

Regulierungsbehörden betonen, dass Maßnahmen gegen illegale Anbieter verstärkt werden müssen, während gleichzeitig bestehende Schutzmechanismen beibehalten werden sollen. Die kommenden Monate dürften entscheidend dafür sein, wie sich der deutsche Glücksspielmarkt weiterentwickelt.

Quelle:

, igamingbusiness.com, 16th March 2026.